Get Adobe Flash player

"Hockey goes down under" - Das Reisetagebuch

 

Tagebuch vom Trainingslager in Brisbane/Australien


 

Sonntag, 09.04.

Um 5:00 Uhr geht es von Remscheid aus mit mehreren Autos los Richtung Frankfurt Rhein/Main-Airport. Die Parkgarage liegt etwas weg vom Flughafen, der Shuttle-Service klappt reibungslos genau wie der Check-in. Die Laune ist bestens. Nur das Fehlen von Trainer Marcell Wienberg, der aus beruflichen Gründen kurz vor der Reise passen musste, ist ein Wermutstropfen. Um 11:00 Uhr sind die Jungs in der Luft Richtung Abu Dhabi. Die Ankunft beim Zwischenstopp ist auf die Minute pünktlich, nach 3 Stunden Aufenthalt startet der Weiterflug nach Brisbane. Insgesamt geht die Reise über 17.500 km, ziemlich genau auf die andere Seite der Welt!

Montag, 10.04.

Nach 13 Stunden quer über den Indischen Ozean, Sri Lanka, Indonesien und den Australischen Kontinent gab es auch in Brisbane eine pünktliche Ankunft. Ein Freund von Betreuer Carl-Heinz Federowsky filmt neben dem Rollfeld die Landung der Boing 787 - auch zu Hause sind alle happy. Drei Minivans werden als Leihwagen bezogen und dann geht es ab ins Hotel. Die Unterkunft, mit eigenem Pool und großzügiger Terrasse direkt am Highway 3, zwischen China-Town, Story-Bridge und Downtown gelegen, wird bezogen. Die Mannschaft ist sich einig: Carl-Heinz hat das alles super organisiert! Direkt vom Hotel bietet sich ein überragender Blick auf die Skyline der Millionenstadt, die gleich an mehreren Flussschleifen des Brisbane River liegt. Alle sind müde, es gibt noch schnell was zu essen und dann geht es auch schon ins Bett.

Reisetipp: An der Ostküste Australiens geht die Sonne um diese Jahreszeit recht früh unter. Schon ab 17 Uhr zeigt sich über den Bergen des Hinterlandes ein farbenfroher Himmel. Es mag dann Abends aber auch mal etwas frisch werden. Wer einen Sonnenaufgang am Meer erleben möchte muss hingegen früh aufstehen: Schon um 6 Uhr sollte man am Strand sitzen.

Dienstag, 11.04.

Beim Blick aus dem Hotel-Fenster auf einen wolkenlosen Himmel und das 28°C anzeigende Thermometer gibt es nur eine Entscheidung: Ab an den Strand. Mit dem Auto geht es an die Gold Coast südlich von Brisbane, zum „Surfers Paradise“. Die Fahrt beginnt mit dem Überqueren der Story-Bridge mit ihren vier Fahrspuren in jede Richtung und perfekter Sicht auf die Wolkenkratzer. Ein Anblick, der sich dem Team mehrmals täglich bieten wird. Jede Fahrt wird nämlich zukünftig so beginnen. Zwischen Hotel und Brücke gibt es nur eine einzige Kreuzung, Abbiegen ist hier verboten, „No U-Turn“ steht auf den Schildern, von links kommt eine Einbahnstraße aus China-Town. Wer nach Norden will, muss zwangsweise über die Brücke, drehen und wieder zurück und hat damit gleich zweimal perfekte Sicht auf die Wolkenkratzer. Es gibt Schlimmeres. Irgendwo, nicht hier.

In „Surfers Paradise“ angekommen. Die Jungs relaxen am Strand und baden im blau-grünen Wasser des Pazifiks. Man ersteht Spielgeräte: einen Fußball, ein Rugby-Ei. Beides in den hiesigen Nationalfarben, mit Sternchen, Union Jack und Aufschrift Australia. Sport im Sand ist anstrengend. Auf dem Rückweg geht es zum ersten Mal in den Supermarkt. Das Team hat nur Frühstück gebucht, Küche und Kühlschränke stehen allen Hotelgästen zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Am Abend in Brisbane zaubert Thomas Ullrich, der nicht nur ein erstklassiger Schiedsrichter, sondern auch ein ebenso guter Koch ist, ein Menü für das Team. Überhaupt ist die Verpflegung über die ganzen Tage super. Das vom Hotel gestellte Frühstück mit Toast und Cornflakes wird von Thomas Ullrich regelmäßig um Rührei, Bratkartoffeln oder Pan Cakes ergänzt.

Eine kleinere Herausforderung ist das Autofahren, denn in Australien herrscht Linksverkehr. Die Fahrzeuge haben hier folglich auch das Lenkrad rechts. Mehrmals sollten sich die Fahrer noch ins Auto setzen und ins Leere greifen. Und auch die Scheibenwischer wurden ob der staubtrockenen Windschutzscheiben wohl etwas in Mitleidenschaft gezogen - dafür wurden die Blinker geschont: Auch hier liegen die Schalter vertauscht, auf der jeweils anderen Seite. Gewöhnungsbedürftig. Weise vorausschauend wurde zuvor auf Automatik-Getriebe geachtet.

Mittwoch, 12.04.

Aufstehen, Frühstück und dann wartet das Muss für jeden Australien-Touristen: Im Lone Pine Koala Sanctuary in Brisbane, einer Auffangstation für verletzte Wildtiere, gibt es Selfies mit Kängurus und Kuscheln mit Koalas. Daneben gibt es Kakadus, Wombats, Krokodile, Tasmanische Teufel zu sehen. Die australische Fauna ist schon was ganz besonderes. Der Weg zurück führt direkt am Suncorp-Stadion vorbei. Eine große, blinkende Werbetafel kündigt für Samstag ein Rugby-Match an. Kurz wird überlegt, ob man dafür Zeit hat. Doch ein Ticket-Preis von 120 Dollar beendet die Überlegung. Schade - die Schüssel ist am Samstag mit über 50.000 Rugby-Fans ausverkauft.

Unser Team erkundet im Anschluß noch Downtown Brisbane, eine Stadt ohne größere Industrieansiedlungen, dafür mit mehreren Universitäten. Am Ufer gegenüber der Wolkenkratzer liegt der City-Strand mit Süßwasser-Pools, Liegewiese und Sandstrand. Frei zugänglich über die Ufer-Promenade zwischen Theater und Museen. Und wie der Rest der Stadt überaus sauber und gepflegt. Den City-Strand nutzt das Team auch die nächsten Tage natürlich ausgiebig und treibt auch dort Sport: Schwimmen, Joggen, Volleyball, Fußball. Zumindest solange die Temperaturen erträglich sind, denn um die Mittagszeit zeigt das Quecksilber locker 30°C an. Alle sind sich jetzt schon einig: Brisbane ist eine phantastische Stadt, Australien ein wunderschönes Land. Bis hierhin ist alles perfekt, die Stimmung im Team riesig.

Am Abend gibt es leichte Kost. Nudeln mit Tomatensoße stehen auf dem Speise- und das erste Hockey-Training im Stafford Skate Centre auf dem Terminplan. Der Gastgeber nimmt mit einigen Spielern an der gemeinsamen Einheit teil. Es wird voll auf der etwas kleineren Bahn mit leicht klapperndem Parkett und mit rotem Teppich bezogener Spielfeldbande. Letztere sollte sich für Fabian Selbach noch als heißes Pflaster erweisen. Schnell stellen die Jungs aber fest: Die Australier sind a) richtig nette Leute und b) können durchaus Hockey spielen. Die Spieler aus Stafford werden das IGR-Team auch über das Osterwochenende begleiten und bei der Eröffnung der neuen Halle in Gympie dabei sein.

Donnerstag, 13.04.

Noch einmal gibt es australische Fauna zu bestaunen: Das Team besucht den Australia Zoo des verstorbenen Tierfilmers Steve Irvin. Besonderes Hight-light dabei ist die Krokodilfütterung, bei der das Team vier Meter lange Salzwasserkrokodile bewundern konnte, die trotz ihrer Größe beindruckend flink sind. Anschließend ist eine gewisse Erleichterung zu spüren, dass das Verbreitungsgebiet dieser Reptilien auf Nordaustralien begrenzt ist.

Eine witzige Begebenheit ereignet sich auf der Rückfahrt vom Australia Zoo zum Hotel. Die Jungs entdecken einen Aldi. Natürlich hieß es anhalten, Einkaufswagen schnappen und hinein. Zwischen den Regalen wird dann über das Abendessen diskutiert, es wird Wraps geben. Als sich ein Herr nähert und die Jungs auf Deutsch anspricht. Es stellt sich heraus, dass er ein Auswanderer aus Ansbach in Bayern ist und seit langem in Brisbane lebt. Als er hört, dass er Rollhockeyspieler vor sich hat, fragt er, ob sie vielleicht zu der Mannschaft aus Remscheid gehören, die am Ostersonntag gegen Stafford spielen wird. Ein Kollege hatte ihm davon erzählt und er will hingehen und sich das Spiel ansehen. Es herrscht großes Erstaunen darüber, wie klein die Welt doch ist...

Überhaupt macht die Mannschaft immer wieder die Erfahrung, dass die Australier sehr kontaktfreudig, freundlich und hilfsbereit sind.

Freitag, 15.04.

Am Karfreitag – in Australien „Good Friday“ genannt – startet das Team morgens nach Bribie Island, einer idyllischen Halbinsel mit langem Sandstrand, an den sich hinter einer Dühne zahlreiche kleine Häuschen schmiegen. Wegen des langen Ferien-Wochenendes steht man auf dem Bruce-Highway gen Norden natürlich gleich im Stau. Aber anders als daheim, geht es mit 70 kmh doch recht flüssig weiter. Mal links, mal rechts überholen, alle fahren hier mit nahezu gleicher Geschwindigkeit, niemand rast, man fließt quasi so dahin. Das ist durchaus entspannend. Einzig vor den Trucks hat man hier etwas Respekt. Nicht nur, dass sie mit zusätzlichem Anhänger etwas länger sind (bei uns entsprechen sie den Giga-Linern), sie sind zum Teil auch noch etwas höher und hinterlassen damit einen deutlich imposanteren Eindruck. Überholen einen mal links, mal rechts auf irgendeiner der teilweise vier Fahrspuren. Man bestaunt mehrere Elefanten-Rennen über drei Spuren und ist froh, dass sich dieser Anblick zuhause weniger häufig zeigt.

Kurz vor dem Ziel verbindet eine Schmale Brücke das Festland mit der Südspitze der Halbinsel. Riesige Pelikane sitzen auf den Lichtmasten über der Fahrbahn. Hoffentlich muss da jetzt keiner. Am Strand dann Sonne, Sand und Wasser satt. Beach-Fußball, Beach-Volleyball, auch das Rugby-Ei fliegt wieder. Der Tag am Strand endet dann jedoch mit der Erkenntnis, dass die Supermärkte an Feiertagen in Australien überraschend zeitig schließen. So bleibt die Küche gezwungener Maßen kalt und man entscheidet sich für Pizza. Der kleine Laden eines großen Bring-Dienstes wird hungrig gestürmt und etwas später satt verlassen. Die wenigen Stühle hat man sich geteilt. Auch das schweißt zusammen.

Nicht weit vom Team-Hotel entfernt steht das „Brisbane Sign“, ein in wechselnden Farben illuminierter Schriftzug mit dem Stadtnamen und zahlreichen zu entdeckenden Motiven, den die Jungs auch mehrmals besuchen. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick auf die Skyline der Stadt. Der Abend klingt mit einem längeren Fußmarsch entlang der Promenade zurück zum Hotel aus.

Samstag, 16.04.

Die gestrige Stau-Erfahrung ließ das Team zeitig, noch vor dem Frühstück, nach Gympie zur Eröffnungsveranstaltung für die neue Rollsporthalle des Skate Zone & Gympie Roller Sports Club aufbrechen. Wieder geht es über den Bruce-Highway nach Norden. Knappe 200 km Fahrt zum „Nachbarclub“ von Stafford - ein Känguru-Sprung für australische Dimensionen. Das verpasste Frühstück wurde unterwegs nachgeholt. Die Halle in Gympie ist überraschend gut gefüllt, die Stimmung prächtig, obwohl das heimische Team, die Auswahl von Queensland, die noch mit Spielern aus Melbourne (die die zweieinhalb Flugstunden nach Brisbane dafür gerne auf sich genommen hatten) verstärkt wurde, beide Begegnungen verliert.

Spiel 1:  Der Anfang wurde wie in der jüngeren Bundesliga-Vergangenheit so oft verpennt (0:1). Zur Freude des Publikums. Danach kam das IGR-Team aber immer besser ins Spiel, hat schöne Tore herausgespielt und vor allem zügig nach vorne gespielt, dabei die Defensive nicht vernachlässigt. Die Australier spielen ein deutlich körperbetonteres Hockey, allerdings nie unfair. Sie mussten sich aber am Ende dem Tempo der IGR beugen. Endergebnis 12:2 (5:1), IGR-Tore: Yannick Peinke (4), Daniel Strieder (3), Max Richter (2), Alex Ober, Joshua Dutt, Til Cramer (je 1).

Zwischen den Spielen wird eine spontane Trainingseinheit mit Kindern des Stafford Roller Hockey Club eingebaut. Yannick Peinke, Yannik Lukassen, Moritz Kreidewolf und Michael Raab vermittelten einen Eindruck davon, wie in Remscheid das Nachwuchs-Training organisiert ist.

Spiel 2:  Bei Temperaturen jenseits der 30°C in der Halle wurde das Spiel deutlich langsamer und kräftesparender gestaltet. Vor allem diejenigen, die in der Bundesliga weniger Spielzeit bekommen, waren jetzt gefordert. Getroffen haben dann aber doch die erfahreneren Spieler. Im Spielverlauf und bei den Spielanteilen war das IGR-Team weniger überlegen als im Spiel zuvor, am Ende aber - wenn auch nur recht knapp - dennoch siegreich.
Endergebnis 4:3 (3:2), IGR-Tore: Yannick Peinke, Max Richter, Daniel Strieder, Alexander Ober (je 1).

Zum ersten Spiel war der regionale Fernsehsender Channel 7 in der Halle und hat gleich die Gelegenheit genutzt, mit IGR-Kapitän Yannick Peinke ein Interview für die regionalen Sportnachrichten zu führen. Am Ende bleibt der Eindruck bei unserem Team, dass sich die Hockeyspieler und Hockeybegeisterten vor Ort sehr durch den Besuch einer europäischen Mannschaft geehrt fühlen. Sporthallen werden im Übrigen in Australien nicht von der Kommune unterhalten. Sie sind Bestandteil privat betriebener Sportparks und kosten die Vereine einen Großteil ihrer Etats. So kostet eine regulär angemietete Trainingsstunde auf einen Spieler umgerechnet 10 Dollar. Je Spieler, je Stunde wohlgemerkt! Umso mehr müssen wir es unseren australischen Gastgebern anrechnen, dass sie uns die Möglichkeit geboten haben, so viel Hockey zu spielen.

Am Abend steht für einen kleinen Teil noch eine Runde Fußball auf dem Programm. Im BVB-Trikot begab man sich in die City. Ein Irish Pub sollte Bundesliga zeigen: Dortmund-Frankfurt, wie gewohnt um15:30 Uhr Anstoß. Deutsche Zeit. Der Irish Pub ließ dann niemanden mehr rein, man schließe in einer halben Stunde. Verdammte Zeitverschiebung! Mitten in der Fußgängerzone eine kleine Bierbude, ein English Pub. Keine Wände, aber ein paar Stühle, eine Bar, drei Gäste und vier Fernseher. Auf allen läuft Fuppes: England, Italien, Spanien. Bundesliga Fehlanzeige. Man verspricht zu bleiben, wenn der Wirt umstelle. Der Kanal wird gewechselt. Das Spiel zieht sich bis weit nach Mitternacht. Der BVB gewinnt.

Sonntag, 16.04.

Für Ostersonntag hat der Stafford Roller Hockey Club zu zwei Begegnungen eingeladen. Erneut geht es gegen die verstärkte Auswahl Queenslands und wieder hat unser Team zweimal das bessere Ende für sich.

Spiel 1: Unser Team ist druckvoll gestartet, kam aus sicherer Defensive zu guten und gefährlichen Abschlüssen. In Halbzeit eins wurde zu keiner Zeit das Heft aus der Hand gegeben. Kassierte aber acht Sekunden vor der Pause, nach einer selbst vergebenen Chance, per Konter dann doch noch das Gegentor. Die zweite Halbzeit startete etwas holprig, die Queensland-Auswahl kam recht zügig auf 5:3 heran. Fabian Selbach fiel entlang der Bande, rutschte schwungvoll entlang des bereits erwähnten roten Teppichs, der eine heiße Spur auf seinem Unterarm hinterließ. Ein ganz persönliches Andenken für zuhause. Am Ende ein, allerdings nur wegen der ersten Halbzeit, nicht unverdienter Sieg.
Endstand 8:4 (5:1),  IGR-Tore: Daniel Strieder, Max Richter (je 2), Yannik Lukassen, Til Cramer, Fabian Selbach (je 1).

Zwischen den Spielen gab es auch heute wieder eine Trainingseinheit mit Kindern des Stafford Roller Hockey Club. Alex Ober, Fabian Selbach und Jonas Langenohl übernahmen die Einheiten.

Spiel 2: Von Anfang bis Ende zeigte unser Team feines Hockey mit gut herausgespielten und sehenswerten Treffern, sehr zum Gefallen der Zuschauer. Bis zum Ende hatten die IGR-Cracks konsequent das Heft in der Hand.
Endstand 12:4 (5:1), IGR-Tore: Daniel Strieder und Joshua Dutt (je 3), Yannick Peinke, Alex Ober, Max Richter (je 2).

Entlang des Brisbane River gibt es mehrere Parks, in denen viele Australier ihre Freizeit verbringen. Überall findet man Pavillons mit Grillstellen und Badestellen, die kostenlos genutzt werden können. Zum Abschluß des Tages werden unsere Jungs zu einem original Australian BBQ in den New Farm Park eingeladen, es gab Salate und viel Fleisch inklusive Känguru-Steaks. Hier überreicht das Team Jordan Letty vom Stafford Roller Hockey Club zum Dank für die Organisation der Spiele und die freundliche Aufnahme ein Buch über Remscheid und ein original Remscheider Bräu Warm-up-Trikot der IGR. Beide Teams verbringen einen geselligen Abend und haben Gelegenheit, in der Halle geknüpfte Freundschaften zu vertiefen und die Australier zu animieren, uns in Deutschland mal einen Gegenbesuch abzustatten.

Montag, 17.04.

Zweiter Tag beim Stafford Roller Hockey Club in Brisbane. Erneut stehen zwei Spiele gegen die Queensland-Auswahl an. Doch bevor es los geht kommt ein älterer Herr, ca. 80 Jahre alt, mit einer charmanten Frau an seiner Seite auf das Team zu. Er im blauen Schalke-Trikot, sie trägt eine Deutschlandflagge in der Hand. „Guten Morgen Jungs, ich bin der Paul und lebe seit 57 Jahren in Australien und habe für die Lufthansa in Brisbane gearbeitet. Ich habe gestern in der Kirche gehört dass Ihr aus Deutschland kommt und Rollhockey spielt. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und da bin ich.“ Auf die Frage, aus welcher Gegend in  Deutschland er stammt, kommt voller Inbrunst die Antwort: „Aus Solingen-Gräfrath!“
Ein bergischer Jung’, das gibt’s doch nicht! Er berichtet, dass er nur 2 Jahre hier bleiben wollte. Dann hat er seine Frau kennen gelernt und damit hatte sich die Rückreise erledigt. Schnell mit einer IGR-Cap ausgestattet sehen unsere neuesten Fans ihre ersten Rollhockeyspiele und sind begeistert. Demnächst steht ein Heimaturlaub an, dann wollen sie auch bei einem Heimspiel am Hackenberg vorbeischauen. Paul ist auch Ehren-Präsident im Deutschen Brisbane Turnverein, der den Deutschen Club betreibt. Auf seine Einladung hin wird das IGR-Team am Mittwoch, noch vor der Abreise, dem Deutschen Club einen Besuch abstatten.

Spiel 1: Es gelingt ein guter Start, defensiv wurde konsequent gearbeitet und nur wenige Chancen des Gegners zugelassen. Zur Halbzeit steht es 5:0. Zu Beginn der zweite Halbzeit unterlaufen dem IGR-Team dann innerhalb von drei Minuten zwei Unaufmerksamkeiten, zwei Konter, zwei Gegentore zum 5:2. Die Australier wittern ihre Chance, drehen auf. Unsere Jungs halten dagegen, müssen kämpfen. Der Lohn der Mühe: Es ergeben sich in der Folge wieder zahlreiche Chancen und man kombiniert auch vorne durchaus gut uns sehenswert, es fallen noch drei schöne Tore. Queensland kam per Penalty in den Winkel zum zwischenzeitlichen 8:3.
Ergebnis 12:3 (5:0), IGR-Tore: Jan-Hendrik Kulessa, Yannick Peinke (je 3), Lukas Kuhn, Max Richter (je 2), Til Cramer, Fabian Selbach (je 1).

Aller guten Dinge sind drei: So wurde auch heute wieder ein Training mit Kindern des Stafford Roller Hockey Club abgehalten. Heute gaben Daniel Strieder, Max Richter und Joshua Dutt ihr Können und Wissen weiter.

Spiel 2: Das Team knüpft nahtlos an die Leistung aus Spiel 1 an. Wie zuvor auch wurde wieder viel rotiert, diverse Spielzüge und Laufwege probiert. Man merkt den Spielern beider Teams die Erschöpfung der zuvor ausgetragenen Spiele an. Es stellt sich letztlich ein am Ende erneut ungefährdeter IGR-Sieg ein.
Ergebnis 9:3 (4:0), IGR-Tore: Yannick Peinke (5), Fabian Selbach (2), Til Cramer, Joshua Dutt (je 1).

Kapitän Yannick Peinke resümiert anschließend: "Wir hatten in den sechs Spielen hier in Brisbane viele Möglichkeiten, diverse Laufwege und die unterschiedlichsten Teamzusammensetzungen auszuprobieren und haben uns dabei auch weiter auf einander abgestimmt.  Alle vier Keeper waren uns dabei stets ein sicherer Rückhalt und auch die Feldspieler blieben nicht hinter den Erwartungen zurück. Mehrfach gab es Beifall von den Rängen für schön heraus gespielte Tore, gelungene Kombinationen oder Tricks. Es tat allen echt gut, im Spiel gegen einen unbekannten Gegner auch einmal Dinge zu probieren, für die wir in der Bundesliga seltener die Chance haben. Der Gegner hat dabei auch bei höherem Rückstand niemals aufgegeben und so haben alle Spiele bis zur letzten Minute einerseits Kraft gekostet, andererseits aber auch enorm viel Spaß gebracht. Die gemeinsame Zeit, vor allem außerhalb des Platzes, hat uns noch einmal enger zusammen rücken lassen.  Niemand hat dabei den Blick auf das Wesentliche, auf die kommenden Spiele im Pokal und der Play-Off-Runde, verloren. Wir blicken nun durchaus zuversichtlich und vor allem gestärkt auf die anstehenden Aufgaben und sind echt heiß auf das Match gegen den Vize-Pokalsieger am kommenden Samstag. Ein Riesendankeschön an alle, die uns bei dieser Trainingsreise unterstützt haben!“

Abends gibt es noch ein unglaublich gutes Hühnchen-Curry mit Reis, zum Nachtisch Kuchen, danach bricht das Team zum Bowling auf. Auf zwei Bahnen werden die Pins mehr oder weniger erfolgreich umgelegt, bei manch einem gibt es gleich mehrfach Splits und Strikes. Punkte? Egal. Das Team ist der Sieger! Die Jungs bekommen Bilder aus Deutschland. Es liegt Schnee, viel Schnee. Keiner will nach Deutschland.

Dienstag, 18.04.

Das Team besucht Noosa Bay mit seinem absoluten Traumstrand. Nördlich von Brisbane gelegen, der Bruce-Highway ist diesmal frei. Doch niemand rast. Entspannende Fahrt bei Musik und Sonnenschein. Anders dann die Parkplatzsuche am Ziel. Noosa ist ein kleines Nest und an diesem Tag völlig überlaufen. Die kostenlosen Parkplätze sind bereits komplett belegt, niemand fährt weg. Die Autos ziehen sich Stoßstange an Stoßstange entlang der schmalen Hauptstraße quer durch den Ort. Nach langem Suchen entscheidet man sich für das Parkhaus. Ein Stunde Parken kostet dann schlappe 12 Dollar. Eine Erfahrung, die bereits in Brisbane gemacht wurde.

Endlich am Strand angekommen heißt es noch einmal relaxen in der subtropischen Sonne. Es gibt deutlich mehr Strand als Parklätze und so findet sich auch wieder ein Plätzchen für zwei mit Flip-Flops improvisierte Tore und eine Runde Beach-Fuppes. Am Abend wird noch einmal gemeinsam mit dem Stafford RHC trainiert.

Nach dem Training stand noch ein letzter Punkt auf der Tagesordnung. Das Team bedankte sich mit einem gemeinsamen Abendessen bei Carl-Heinz Federowskys Freund Burkhardt Geiger für die Unterstützung vor und während der Reise. Er filmte nicht nur die Landung in Brisbane, er organisierte auch die Mietwagen, gab Tipps zu Reisezielen und besuchte die Spiele in Stafford.

Mittwoch, 19.04.

Die Koffer sind bereits gepackt, letzte Besorgungen werden gemacht, so langsam kommt Wehmut auf. Das Restprogram des letzten Tages am anderen Ende der Welt: Noch einmal City-Strand, gemeinsames Burger-Essen, dann ein Abschieds-Drink bei unserem neuen Fan Paul im Deutschen Club in Brisbane. Das urige Clubheim liegt direkt gegenüber des Cricket-Stadions mit seinen mächtigen Flutlichtmasten. Blau-weiß gedeckte Biertische paaren sich mit schillernden Glückspielautomaten. Die Wand zieren Bilder der bisherigen Präsidenten. Es gab so einige in 134 Jahren Vereinsgeschichte. Paul ist dabei. Auch Prinzen gab es. Das jährliche Oktoberfest ist hier genauso ein Thema wie Karneval. Die Bilder der Karnevals-Prinzen hängen an der Wand gegenüber. Paul ist dabei. Brisbane Alaaf! Es gibt Gesprächsstoff. Aus dem Abschieds-Drink wird ein kleiner Abschieds-Empfang mit Ansprache der Präsidentin. Monika aus Köln-Nippes. Es gibt Cola für die Fahrer und Bier im Oktoberfest-Glas. Ein weiteres Souvenir. Die IGR-Abordnung bleibt länger als geplant. Dann geht es zügig zum Flughafen. Ein letztes Mal über die Story-Bridge, ein letzter Blick auf die Skyline. Um 22:30 Uhr erhebt sich der Flieger in der Luft.

Donnerstag, 20.04.

„Hockey’s coming home“: Nach 17.500 km, Zwischenstopp in Abu Dhabi und 21 Stunden Reisezeit landet der Flieger in Frankfurt/Main. Die letzten Kilometer verbringt man auf im Berufsverkehr auf der deutschen Autobahn. Immer wieder Stau. Gott sei Dank liegt kein Schnee. Alle sind müde, haben aber Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen im Gepäck, die man nur selten im Leben bekommen und machen wird. Einhelliger Tenor: "Super Tour, einfach überragend!"

An dieser Stelle gilt unser Dank allen, die zu der Tour ihren Teil beigetragen haben: Den Sponsoren Volksbank Remscheid-Solingen, der Fa. Dönges, Elektro Rundholz und der Schule für Tanz, Musik und Theater sowie dem Organisatoren-Team der Reise, den Spielern aus Brisbane, Gympie und Melbourne, dem Koch ...

Einen großen Dank auch an den Stafford Roller Hockey Club, der die Mannschaft mit unerwarteter Herzlichkeit aufgenommen und toll betreut hat. Die IGR Remscheid freut sich, dass Sie auch auf der anderen Seite der Welt Freunde hat!

Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Und ganz sicher auch nicht ohne die Leidenschaft, die wir alle miteinander teilen: Die Leidenschaft für Rollhockey, unseren Sport!

 

              

Premiumpartner

Rollhockey-Info

aktuelle Ausgabe

Partner

Fitness
 
Catering + Hotel



Ausrüstung
Medien

 

Sponsoren

 
 
 


 


 





  
 
 

< mehr >