IGR fightet sich in Düsseldorf zum 7:4-Sieg

1. Bundesliga Herren, 8. Spieltag

Alle 129 Sekunden ein Tor in Calenberg

(tg) Herringen verteidigte gegen Darmstadt souverän die Ligaspitze, während im Verfolgerduell Remscheid in Düsseldorf die Oberhand behielt. Im Mittelfeld gelang Iserlohn mit einem klaren Erfolg über Walsum der Befreiungsschlag, doch der Höhepunkt des 8. Spieltages war ganz klar das Schützenfest in Calenberg, wo die Hartgummikugel im Kellerduell mit Recklinghausen 28-mal (!) im Tor landete.

TuS Düsseldorf-Nord – IGR Remscheid 4:7 (1:1)

Im Endspurt zeigten sich die Remscheider im Verfolgerduell  mit Düsseldorf nervenstärker und festigten damit ihre zweite Tabellenposition.

Anfangs hatten die Rheinländer jedoch mehr vom Spiel, wobei sie natürlich vom schnellen 1:0 durch Tarek Abdalla (3.) profitierten. Die Remscheider benötigten eine Weile, um ihren roten Faden zu finden, was aber spätestens mit dem 1:1 von Yannick Peinke gelungen war (11.). Fortan war es ein packendes, rasantes Hockeyduell, dem lediglich lange Zeit da nötige Salz in der Suppe fehlte.

Nach Wiederbeginn platze der Knoten mit dem 2:1 durch Yannick Peinke jedoch sehr schnell (26.), vier Minuten darauf gelang Diogo Carrilho bereits der Ausgleich. Nun ging es praktisch Schlag auf Schlag: Davy van Willigen brachte den TuS wieder in Vorlage (35.), postwendend folgte das 3:3 durch Eric Krämer (36.), das wiederum eine schnelle Antwort durch Tarek Abdalla zur Folge hatte (37.). Nach diesem Torgefecht schienen die Hausherren die Nase vorne zu haben, doch ihnen gelang nicht der nötige nächste Treffer. Die größte Chance verstrich nach dem 10. IGR-Teamfoul (40.), was sich  nur Sekunden später bitter rächte: Julian Peinke glückte ein Doppelpack (41./42.), Alexander Ober war nach 10. TuS-Teamfoul vom Punkt eiskalt (43.) – die Bergischen lagen nun ihrerseits mit 6:4 in Führung. Und machten den Sack zu: Nachdem Daniel Kutscha „Blau“ gesehen hatte, donnerte Alexander Ober auch diesen Strafstoß in die gegnerischen Maschen (47.).

TuS Düsseldorf-Nord: J. Kutscha, L. Brandt; T. Abdalla, D. Carrilho, C. Gatermann, D. Kutscha, A. Paczia, T. Paczia, A. Beckmann, D. van Willigen. – IGR Remscheid: J. Langenohl, M. Raab; J. Dutt, J. Peinke, Y. Peinke, E. Krämer, A. Ober, L. Friese, Y. Lukassen. – Schiedsrichter: M. Dowideit / L. Niestroy.

Torfolge: 1:0 (3.) T. Abdalla, 1:1 (11.) Y. Peinke, 1:2 (26.) Y. Peinke, 2:2 (30.) D. Carrilho, 3:2 (35.) D. van Willigen, 3:3 (36.) E. Krämer, 4:3 (37.) T. Abdalla, 4:4 (41.) J. Peinke, 4:5 (42.) J. Peinke, 4:6 (43./Direkter) A. Ober, 4:7 (47./Direkter) A. Ober. – Zeitstrafen: TuS 2 min (D. Kutscha/47.) – IGR 0 min – Teamfouls: TuS 12 – IGR 12.

Spiel des Tages: SC Bison Calenberg – RHC Recklinghausen 16:12 n. Verl. (11:11/6:7)

Die 49. Minute lief bereits, 11:9 lautete der Vorsprung für die Gäste, die zudem in Überzahl auf dem Parkett standen – der erste Dreier schien für Recklinghausen bereits fix. Aber daraus wurde nichts …

Dass beide Seiten nicht gerade in der Defensive ihre Stärken haben, war vor dem Spiel allseits bekannt. Es derartiges Schützenfest hatten aber sicherlich selbst die größten Optimisten (oder doch: Pessimisten?) nicht erwartet. Los ging es schon nach wenigen Sekunden mit dem 1:0 der Gäste durch Niko Nohlen. Doch so richtig in Schwung kamen die Torfabriken erst ab der neunten Minute: Milan Brandt und Sergio Rita (10.) doppelten zum 2:1 für die Bisons, Philip Wagner glich aus (12.), binnen weniger Sekunden erhöhten Milan Brandt und Niklas Nohlen auf 3:3 (13.), dann setzte sich der RHC dank Niklas Nohlen (2) und Nico Nohlen auf 6:3 ab. Bis zur 24. Minute stellten Marvin Stoffle und Milan Brandt (2) jedoch den Gleichstand wieder her, ehe Niklas Nohlen der furiosen ersten Hälfte den Endpunkt setzte.

Fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da hatten die Vester dank der Nohlen-Brüder wieder ein Drei-Tore-Polster, dass zehn Minuten später jedoch wieder aufgebraucht war, da Milan Brandt schlichtweg nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Doch das bessere Ende schien dennoch bei den Gästen zu liegen, denn Sebastian Sowade (44.) und Niklas Nohlen (47.) sorgten erneut für einen Zwei-Tore-Vorsprung. Als dann auch noch Reik Johansson „Blau“ sah (48.), war der Weg zum Sieg im Grunde genommen frei.

Doch den Strafstoß konnten die Gäste nicht verwerten, kassierten trotz Überzahl vielmehr das 10:11 durch Milan Brandt (49.), der ein knappe Minute darauf nach 10. RHC-Teamfoul mit dem 11:11 die Verlängerung perfekt machte. Die Recklinghäuser waren angesichts des kläglich vergebenen Erfolges völlig von der Rolle, was Milan Brandt (52.), Sergio Rita (54.) und Leif Johansson (54.) eiskalt ausnutzten. Das 12:14 von Niklas Nohlen war auch nur ein kurzes Aufbäumen (56.), denn in direkter Folge mussten Nico Nohlen, Marius Schürmann (beide 56.) und Kim Paape (58.) auf der Strafbank platznehmen. Die Strafstöße waren eine klare Sache für Milan Brandt und Joeri Mertens.

SC Bison Calenberg: J. van den Dungen, G. Johansson; J. Mertens, L. Johansson, S. Rita, R. Johansson, M. Brandt, M. Stoffle, T. Tilborghs. – RHC Recklinghausen: D. Jakubiak, V. Martins; K. Paape, P. Wagner, Niklas Nohlen, M. Angenendt, M. Schürmann, S. Sowade, M. Carstensen, Niko Nohlen. – Schiedsrichter: P. Flössel / S. Dahlbock.

Torfolge: 0:1 (1.) Niko Nohlen, 1:1 (9.) M. Brandt, 2:1 (10.) S. Rita, 2:2 (12.) P. Wagner, 3:2 (13.) M. Brandt, 3:3 (13.) Niklas Nohlen, 3:4 (14.) Niklas Nohlen, 3:5 (18.) Niko Nohlen, 3:6 (19.) Niklas Nohlen, 4:6 (21./Überzahl) M. Stoffle, 5:6 (21.) M. Brandt, 6:6 (24.) M. Brandt, 6:7 (25.) Niklas Nohlen, 6:8 (29.) Niklas Nohlen, 6:9 (30.) Niko Nohlen, 7:9 (33.) M. Brandt, 8:9 (36.) M. Brandt, 9:9 (39.) M. Brandt, 9:10 (44.) S. Sowade, 9:11 (47.) Niklas Nohlen, 10:11 (49./Unterzahl) M. Brandt, 11:11 (50./Direkter) M. Brandt, 12:11 (52.) M. Brandt, 13:11 (54.) S. Rita, 14:11 (54.) L. Johansson, 14:12 (56.) Niklas Nohlen, 15:12 (56./Direkter) M. Brandt, 16:12 (58./Direkter) J. Mertens. – Zeitstrafen: SCB 2 min (R. Johansson/48.) – RHC 8 min (Niklas Nohlen/21. – Niko Nohlen/56. – M. Schürmann/56. – K. Paape/46.) – Teamfouls: SCB 15 – RHC 13.

SK Germania Herringen – RSC Darmstadt 7:4 (3:0)

Keiner großen Anstrengung bedurfte es für die Herringer, um Darmstadt auf Distanz zu halten: Die vier Gegentreffer fielen erst, als die Entscheidung längst gefallen war.

Anfangs waren die Hausherren durchaus auf der Hut, denn die Hessen sind überaus konterstark. So wurden die Attacken in Ruhe aufgebaut, was letztlich auch zum gewünschten Erfolg führte: Stefan Gürtler (17./24.) und Christoph Rindfleisch (23.) sorgten für eine klare Halbzeitführung. Die wurde im zweiten Durchgang durch Lucas Karschau (27.) und Robin Schulz (28.) weiter ausgebaut, womit Darmstadt im Grunde schon geschlagen war. Die Hessen mühten sich redlich, aber vergeblich und lagen schließlich fünf Minuten vor dem Ende nach weiteren Toren von Liam Hages (39.) und Robin Schulz (45.) mit 0:7 zurück. Erst als die Germanen deutlich Tempo aus dem Spiel nahmen und nicht mehr mit größter Konzentration zu Werke gingen, konnten Alexandre Andrade (2), Maximilian Hack und Nils Koch noch für eine deutliche Ergebniskosmetik sorgen.    

SK Germania Herringen: T. Tegethoff, S. Polat; L. Karschau, R. Schulz, L. Hages, S. Gürtler, M. Stork, J. Klein, C. Rindfleisch, N. Grünewald. – RSC Darmstadt: P. Leyer, M. Mensah; F. Bender, P. Cuntz, P. Wagner, M. Becker, M. Hack, M. Behnke, A. Andrade, N. Koch. – Schiedsrichter: T. Ullrich / A. Feiteira.

Torfolge: 1:0 (17.) S. Gürtler, 2:0 (23.) C. Rindfleisch, 3:0 (24./Direkter) S. Gürtler, 4:0 (27.) L. Karschau, 5:0 (28.) R. Schulz, 6:0 (39.) L. Hages, 7:0 (45.) R. Schulz, 7:1 (46.) M. Hack, 7:2 (46.) A. Andrade, 7:3 (48./Überzahl) A. Andrade, 7:4 (50.) N. Koch. – Zeitstrafen: SKG 2 min (L. Karschau/47.) – RSC 4 min (M. Hack/24. – M. Behnke/43.) – Teamfouls: SKG 6 – RSC 7.

ERG Iserlohn – RESG Walsum 7:2 (1:0)

Weder Iserlohn noch Walsum waren Vorfeld mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, doch im direkten Duell konnte nur einem Team der ersehnte Befreiungsschlag gelingen. Die Westfalen kamen mit diesem Druck besser zurecht.

In die Karten spielte ihnen dabei sicherlich die schnelle Führung durch Timon Henke, der einen RESG-Fehlpass aufnahm und den Konter cool abschloss (6.). Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Iserlohner nun das Geschehen aus eine sicheren Defensive heraus, wobei den Walsumern an diesem Tag schlichtweg die Kreativität fehlte, um ihre Gastgeber vor ernsthafte Probleme zu stellen.

Auch in den zweiten Durchgang hinein kamen die Iserlohner besser aus den Startblöcken und erhöhten umgehend durch Kai Milewski (32.). Im Gegenzug gelang Christopher Berg zwar der Anschluss, doch postwendend war wieder Kai Milewski mit dem 3:1 zur Stelle (34.). Nun konnten die Hausherren die Walsumer wieder kommen lassen und dabei auf Konter lauern. Diese Taktik ging schließlich perfekt auf, als Sergio Pereira (42.), Timon Henke (44.) und Kai Milewski (46.) weiter erhöhten. In der letzten Minute netzten nochmals Timon Henke sowie Christopher Berg ein.

ERG Iserlohn: P. Glowka, L. kost; P. Kirtyan, N. Hilbertz, K. Milewski, L. Silva, C, Hegener, M. Rue, S. Pereira, T. Henke. – RESG Walsum: T. Wahlen, L. Brandt; M. Vila-Gallaguet, C. Berg, J. Dobbratz, X. Berruezo, S. Haas, N. Rilhas, D. Quabeck. – Schiedsrichter: F. Schäfer / O. Fischer.

Torfolge: 1:0 (6.) T. Henke, 2:0 (32.) K. Milewski, 2:1 (33.) C. Berg, 3:1 (34.) K. Milewski, 4:1 (42.) S. Pereira, 5:1 (44.) T. Henke, 6:1 (46./Überzahl) K. Milewski, 7:1 (50.) T. Henke, 7:2 (50.) C. Berg. – Zeitstrafen: ERG 2 min (S. Pereira/31.) – RESG 6 min (X. Berruezo/30. & 46. – M. Vila-Gallaguet/45.) – Teamfouls: ERG 8 – RESG 10.