Europa-Cup: Die IGR hat das Toreschießen verlernt

Der RGA berichtet am 18.11.2018 über das Ausscheiden im Europacup

Rollhockey: Remscheid unterliegt im Rückspiel des Europapokals mit 3:4 n. Verl.. Erneut werden viele Chancen vergeben.
Von Peter Kuhlendahl

Wenige Sekunden waren in der Verlängerung des Europapokalspiels zwischen der IGR Remscheid und U.S. Coutras gespielt. Da steuerte IGR-Kapitän Yannick Peinke alleine auf den französischen Keeper zu und zog aus kurzer Distanz ab. Doch die Kugel strich um Zentimeter über die Latte und landete nicht im Tor-, sondern im Fangnetz. Diese Szene stand sinnbildlich dafür, warum sich die IGR am Ende mit 3:4 (3:2/1:1) nach Verlängerung geschlagen geben musste und damit der Auftritt auf internationalem Parkett beendet ist

„Du musst die Tore einfach machen“, murmelte der IGR-Vorsitzende Georg Feldhoff kurz nach der Schlusssirene. Ein paar Meter weiter stand IGR-Trainer Marcell Wienberg kopfschüttelnd an der Bande: „Es ist jede Woche das Gleiche. Wir spielen gut. Und eigentlich kann ich den Jungs gar keinen Vorwurf machen.“

Eigentlich. Denn das Wichtigste scheinen sie verlernt zu haben – das Toreschießen. Dabei begann es gut für die Remscheider, die nach der 3:4-Niederlage im Hinspiel in Frankreich einen Sieg mit zwei Toren Differenz brauchten. Nach wenigen Sekunden verweigerten die beiden sehr gut agierenden schweizerischen Unparteiischen dem ersten Treffer der Gäste wegen Fußspiels die Anerkennung. Dann knallte in der siebten Minute die Kugel nach einem Distanzschuss von Alexander Ober an die Bande, prallte zurück an den Keeper und landete zum 1:0 für die Gastgeber im Tor.

 

Yannick Peinke und Fabian Selbach treffen nur Latte und Pfosten
Es folgten weitere Chancen für die Remscheider, die erneut Pech hatten. So trafen sowohl Yannick Peinke als auch Fabian Selbach innerhalb von wenigen Sekunden die Latte beziehungsweise den Pfosten (11.). Doch je länger die Partie dauerte, desto besser fanden die Gäste ins Spiel und glichen nach 20 Minuten verdient aus.

Nachdem Yannick Peinke im zweiten Abschnitt nach 27 Minuten erneut die Latte traf, gingen die Gäste in der 31. Minute zum ersten Mal in Führung. Doch mit einem Doppelschlag drehten Daniel Strieder und Max Richter den Spieß mit ihren Toren um und sorgten für prächtige Stimmung in der gut gefüllten Halle (34./35.).

Für die Entscheidung musste die Verlängerung her. In der 54. Minute gab es die kalte Dusche in Form des Ausgleichs. Als die IGR alles auf eine Karte setzte, kamen die Franzosen zum schmeichelhaften Siegtreffer (58.). „So eine Sch . . ., so langsam scheint es eine Kopfsache zu sein“, meinte ein gefrusteter Ober.

Meister-Quartett wird vor dem Anpfiff geehrt
Dies dürften auch die Deutschen Meister des Jahres 1968 gedacht haben, die fast auf den Tag genau vor 50 Jahren den Titel nach Remscheid geholt hatten. Wolfgang Jex, Henry Gah, Michael Schütz und Harald Löcher wurden dafür kurz vor dem Anpfiff noch einmal geehrt und nahmen dann auf der Tribüne Platz.

Und dürften sich dann auch über die Spielerbänke in der Halle gewundert haben. „Es gibt eine neue internationale Bestimmung, dass die Bänke geschützt sein müssen“, berichtete Feldhoff. Dank des guten Drahtes zu den benachbarten Fußballern der SG Hackenberg wurden kurzerhand die überdachten Bänke vom Sportplatz in die Halle befördert. Dazu gab es kurzfristig eine Namensänderung des Wettbewerbs, der sich nun World-Skate-Europe-Cup nennt. Modalitäten, mit denen die IGR nun erstmal nichts mehr am Hut hat.