Bundesliga Herren, 21. Spieltag: IGR sichert mit Sieg gegen Iserlohn Platz 1

IGR Remscheid – ERG Iserlohn 9:5 (5:2)
Ein Sieg mit dem Remscheid gleich drei Ziele erreichte: a) Platz 1 in der Tabelle ist fix; b) alle Heimspiel der Saison gewonnen, c) erfolgreiche Revanche für das Pokal-Aus an Titelverteidiger Iserlohn, der im Übrigen durch die beiden Darmstädter Siege auf Rang 7 abrutschte.

Die Begegnung begann überaus turbulent: Kaum hatte Alexander Ober die IGR in Führung gebracht, da war Nils Hilbertz auch schon mit den 1:1 zur Stelle (beides 4.). Dies war aber auch der einzige Geniestreich des Iserlohner Minikaders, der fortan von den Hausherren regelrecht eingeschnürt wurde. Die vielbeinige ERG-Abwehr leistete allerdings erbitterten Widerstand, konnte schließlich dem immer größer werdenden Druck nicht mehr Stand halten: Yannick Peinke (13./16.), Alexander Ober (18.) und Yannik Lukassen (19.) sorgten binnen weniger Minuten für klare Verhältnisse.

In Überzahl verkürzte Adrian Börkei für den Titelverteidiger kurz vor der Pause (21.), Timon Henke brachte die Gäste per Strafstoß direkt nach dem Seitenwechsel sogar auf 3:5 heran. In beiden Fällen saß Yannick Peinke in der Kühlbox und für einen kurzen Moment sah es danach aus, als ob Remscheid gegen die Sauerländer erneut einen klaren Vorsprung aus der Hand geben würde.

Doch die Bergischen fingen sich wieder und stellten durch ein Doppelpack von Yannick Peinke (36.) und Alexander Ober (37.) den alten Abstand wieder her. Noch aber wehrte sich der amtierende Meister, kam nach „Blau“ für Fabian Selbach per Direktem ebenso nochmals auf (39./Adrian Börkei), wie nach dem 8:4 durch Alexander Ober (45.), dem erneut Adrian Börkei das fünfte ERG-Tor folgen ließ (46.). Remscheid aber ließ sich nicht mehr verunsichern und machte durch Alexander Ober schließlich den Sack endgültig zu (50.).       

IGR Remscheid:J. Langenohl, J. van den Dungen; J. Dutt, F. Selbach, Y. Peinke, A. Ober, J. Kulessa, Y. Lukassen. – ERG Iserlohn: L. Kost, T. Weber; P. Kirtyan, N. Hilbertz, K. Milewski, A. Börkei, T. Henke. – Schiedsrichter: M. Brosien / F. Schäfer.

Torfolge: 1:0 (4.) A. Ober, 1:1 (4.) N. Hilbertz, 2:1 (13.) Y. Peinke, 3:1 (16.) Y. Peinke, 4:1 (18.) A. Ober, 5:1 (19.) Y. Lukassen, 5:2 (21./Überzahl) A. Börkei, 5:3 (27./Direkter) T. Henke, 6:3 (36.) Y. Peinke, 7:3 (37.) A. Ober, 7:4 (39./Direkter) A. Börkei, 8:4 (45./Überzahl) A. Ober, 8:5 (46.) A. Börkei, 9:5 (50./Direkter) A. Ober. – Zeitstrafen: IGR 6 min (Y. Peinke/20. & 27. – F. Selbach/39.) – ERG 4 min (A. Börkei/43. & 50.) – Teamfouls: IGR 12 – ERG 11.

(tg) Eine Runde steht zwar noch aus, doch in der Tabelle geht nichts mehr. Dies liegt an den Resultaten dieses Wochenendes, an dem sich Remscheid durch ein 9:5 über Iserlohn den ersten Platz sicherte, Walsum die zwei Punkte gegen Cronenberg (7:6 n. Verl.) zur endgültigen Festigung von Rang zwei reichten und den Bergischen just dieser eine Zähler fehlte, um Platz 5 so gut wie sicher zu haben. Wobei ihnen noch Gefahr durch Doppelsieger Darmstadt – 4:2 n. Verl. über Düsseldorf sowie 6:2 über Krefeld – droht, die noch gleichziehen können, aber im direkten Vergleich besser wären. Herringen 18:0 über Calenberg war somit nur für die Statistik, zumal die Germanen damit auch ihr Hauptrundenprogramm absolviert haben. Ebenso lediglich für die Analen war das 15:5 von Recklinghausen in Wuppertal.

Spiel des Tages: RESG Walsum – RSC Cronenberg 7:6 n. Verl (1:4/6:6)

Um ein Haar wäre Cronenberg gegen binnen vier Wochen der dritte Sieg gelungen, doch dieses Mal schnappten sich die roten Teufel nach einer furiosen Aufholjagd den Extrapunkt.

Die beiden überraschenden Neiderlagen vor Ostern hatten Walsum beim dritten Aufeinandertreffen vorsichtig gemacht, folglich begann die RESG entgegen der üblichen offensiven Ausrichtung sehr abwartend – und wählte damit die falsche Taktik. Denn die Cronenberger nutzten die Freiräume konsequent aus, um durch Benjamin Nusch nicht nur früh in Führung zu gehen (10.), sondern diese durch Sebastian Haas (15.) und Jordi Molet (17./21.) auch weiter auszubauen. Angesichts der klaren RSC-Dominanz fiel das zwischenzeitliche 1:2 durch Christopher Berg (16.) gar nicht weiter ins Gewicht.

Zumal die Gäste auch im zweiten Durchgang weiteren Profit daraus zogen, dass die Hausherren stark verunsichert waren und überhaupt nicht ins Spiel fanden. So staunten die zahlreichen RESG-Anhänger nicht schlecht, als Otto Platz (26.) und Jordi Molet (30.) Cronenbergs Vorsprung auf 6:1 vergrößerten.

Nun standen die roten Teufel buchstäblich mit dem Rücken zur Wand, doch genau diese Aussichtslosigkeit verlieh ihnen fortan die nötige Lockerheit, um den Hebel herum zu legen. Dass Felipe Sturla (31.) und Sebastian Haas (32.) unmittelbar nach dem sechsten Gegentor ein Doppelschlag gelang, sorgte für zusätzlichen Rückenwind. Und so war keine sechs Minuten darauf der Anschluss wieder hergestellt, nachdem Miquel Vila Gallaguet (34.) und Jan Dobbratz (38.) ins Schwarze getroffen hatten.

Also wieder so ein wahnsinniger Rollhockey-Krimi zwischen den beiden Traditionsteams, wobei der Höhepunkt der Dramatik noch gar nicht erreicht war. Immerhin noch zwölf Minuten standen auf der Uhr, und die hatten noch einiges zu bieten. So ging es zwar ständig hin und her, doch nun waren die beiden Tore plötzlich wie vernagelt. Sekunde für Sekunde hielt der knappe Cronenberger Vorsprung, auch ihr 10. Teamfoul überstanden die Bergischen schadlos, da Felipe Sturla am Punkt Nerven zeigte (48.).

Aber es reichte nicht für die aufopferungsvoll kämpfenden Cronenberger, die knapp 60 Sekunden vor Ablauf der Uhr einen Penalty hinnehmen mussten, den Sebastian Haas wuchtig in die Maschen donnerte – 6:6 (49.). Wie im Hinspiel gab es also Verlängerung. Und die eröffnete Felipe Sturla mit dem 7:6 (51.). Nun also musste Walsum einen Vorsprung verteidigen, was letztlich deshalb gelang, weil ausgerechnet der ansonsten so souveräne Strafstoßschütze Jordi Molet nach 10. RESG-Teamfoul scheiterte (54.).  

RESG Walsum:T. Wahlen, R. Lorz; M. Vila Gallaguet, C. Berg, C. Nusch, J. Dobbratz, P. Ramos, S. Haas, F. Schmidt, F. Sturla. – RSC Cronenberg: F. Hilbertz, L. Geisler; M. Bernadowitz, J. Molet, O. Platz, B. Nusch, K. Hövelmann, S. Rath, K. Riedel, N. Morovic. – Schiedsrichter: T. Ehlert / T. Sörensen.

Torfolge: 0:1 (10.) B. Nusch, 0:2 (15.) S. Rath, 1:2 (16.) C. Berg, 1:3 (17.) J. Molet, 1:4 (21./Überzahl) J. Molet, 1:5 (26.) O. Platz, 1:6 (30./Direkter) J. Molet, 2:6 (31.) F. Sturla, 3:6 (32.) S. Haas, 4:6 (34.) M. Vila Gallaguet, 5:6 (38.) J. Dobbratz, 6:6 (49./Penalty) S. Haas, 7:6 (51.) F. Sturla. – Zeitstrafen: RESG 4 min (S. Haas/20. – C. Berg/30.) – RSC 4 min (M. Bernadowitz/24. – K. Hövelmann/59.) – Teamfouls: RESG 10 – RSC 17.

SK Germania Herringen – SC Bison Calenberg 18:0 (13:0)

Kurz und knapp machte es Herringen gegen Calenberg, wobei die Bisons es ihnen auch nicht schwer machten: Mit Milan Brandt, Leif Johansson und Rico van den Dungen fehlten gleich drei Leistungsträger im Aufgebot, wobei zwei Plätze auf der Bank auch noch frei blieben.

Der Rest ist schnell erzählt. Die Germanen legten los wie die Feuerwehr, vor allem der wiedergenesene Kevin Karschau tobte sich mit fünf Toren in der Anfangsviertelstunde regelrecht aus. Da in dieser Phase auch noch Robin Schulz vierfach traf, Luis Hages doppelte und auch noch Liam Hages einmal einnetzte, war damit schon das Dutzend voll – und die Partie entschieden. Im weiteren Verlauf ließen es die Hausherren gegen absolut chancenlose Niedersachsen im Schongang angehen, was nicht verhinderte, dass Kevin Karschau (2), Lucas Karschau, Robin Schulz, Liam Hages und Luis Hages insgesamt noch sechsmal ins Schwarze trafen.  

SK Germania Herringen:T. Tegethoff, M. Schartner; K. Karschau, Li. Hages, J. Klein, R. Schulz, L. Karschau, Lu. Hages. – SC Bison Calenberg: T. Richter, D. Mertens; S. Leitmann, J. Mertens, D. Kuczynski, R. Johansson, T. Tilborghs, M. Stoffle. – Schiedsrichter: D. Loewe / A. Feiteira.

Torfolge: 1:0 (2.) Li. Hages, 2:0 (4.) R. Schulz, 3:0 (6.) K. Karschau, 4:0 (7.) K. Karschau, 5:0 (7.) R. Schulz, 6:0 (7.) R. Schulz, 7:0 (9./Direkter) K. Karschau, 8:0 (11./Überzahl) R. Schulz, 9:0 (12.) Lu. Hages, 10:0 (12.) K. Karschau, 11:0 (14./Penalty) Lu. Hages, 12:0 (16.)K. Karschau, 13:0 (21.) L. Karschau, 14:0 (26.) R. Schulz, 15:0 (34.) K. Karschau, 16:0 (34.) Li. Hages, 17:0 (41.) K. Karschau, 18:0 (41.) Lu. Hages. – Zeitstrafen: SKG 2 min (Lu. Hages/23.) – SCB 4 min (J. Mertens/9. – T. Tilborghs/10.) – Teamfouls:SKG 5 – SCB 7.

RSC Darmstadt – TuS Düsseldorf-Nord 4:2 n. Verl. (0:2/2:2)

Verlängerungen sind das Metier des Darmstädter: Zum dritten Mal in der laufenden Serie ging es für die Hessen in die Extraschicht, zum dritten Mal sicherten sie sich den Zusatzpunkt. Düsseldorf dagegen ist weiterhin auf einer inzwischen besorgniserregenden Abwärtsspirale unterwegs.

Dabei sah es zumindest in der ersten Hälfte sehr gut für die Rheinländer aus. Diogo Carrilho hatte früh zum 1:0 getroffen (8.), danach waren die TuSler aus kompakter Abwehr heraus jederzeit tonangebend. Die Hausherren hielten zwar durchaus dagegen, fanden aber im Grunde nie wirklich ins Spiel. Als Darmstadt dann kurz vor dem Seitenwechsel bereist das 10. Teamfoul kassierte, nutzte Diogo Carrilho den Strafstoß, um auf 2:0 zu erhöhen (21.).

Auch nach dem Wiederbeginn waren die Gäste weiterhin Heer der Lage, doch Darmstadt hatte die Pause erfolgreich genutzt, um die nötige Feinjustierung vorzunehmen und hatte den Rhythmus nun gefunden. Die Folge: Mit jeder Minute wuchs der Druck auf das TuS-Tor an, womit die Gäste so gar nicht zurechtkamen. Einzig Tormann Jan Kutscha hielt noch mit Können dagegen, verhinderte vor allem nach „Blau“ für Andre Beckmann (29.) mehrfach das 1:2. 

Als Alexandre Andrade schließlich der Anschluss gelang (37.), geriet Düsseldorf vollends aus der Spur, sodass es nur knapp fünf weitere Minuten dauerte, ehe Max Hack ausglich. Dann aber fingen sich die TuSler wieder, beim RSC war man zudem clever genug, jetzt nicht mit der Brechstange zu agieren, sondern geduldig auf die nächste Chance zu warten. Was letztlich bis zur 58. Minute, also kurz vor Ende der Verlängerung, dauerte. Dann stand Felix Bender goldrichtig und musste nur noch eindrücken. Sekunden später folgte das 10. TuS-Teamfoul, den fälligen Strafstoß verwertete Maximilian Becker dann eiskalt zum entscheidenden 4:2. 

RSC Darmstadt:P. Leyer, M. Mensah; F. Bender, P. Cuntz, P. Wagner, M. Becker, M. Hack, M. Behnke, A. Andrade, J. Rohmert. – TuS Düsseldorf-Nord: J. Kutscha, Lu. Brandt; J. Pink, D. Carrilho, D. van Willigen, A. Paczia, T. Paczia, C. Gatermann, D. Kutscha, A. Beckmann. – Schiedsrichter: C. Niestroy / L. Niestroy.

Torfolge: 0:1 (8.) D. Carrilho, 0:2 (21./Direkter) D. Carrilho, 1:2 (37.) A. Andrade, 2:2 (42.) M. Hack, 3:2 (58.) F. Bender, 4:2 (58./Direkter) M. Becker. – Zeitstrafen: RSC 0 min – TuS 2 min (A. Beckmann/29.) – Teamfouls: RSC 18 – TuS 12.

SC Moskitos Wuppertal – RHC Recklinghausen 5:15 (2:8)

Ein Punktgewinn zum Saisonausklang vor eigenem Publikum erhofften sich die Wuppertaler, die aber gegen Recklinghausen schnell erkennen mussten, dass dies nur ein vager Traum bleiben würde.

Zwar konnte Marcel Mirscheid das 0:1 von Christoph Rindfleisch (3.) postwendend egalisieren (4.) und Dennis Meuer die Moskitos in der 12. Minute nach dem vorangegangenen Doppelpack von Niklas Nohlen (7.) und Christoph Rindfleisch (9.) nochmals auch Tuchfühlung heran bringen. Doch damit hatten die Hausherren ihr Pulver auch schon verschossen, die Vester zogen in der Folgezeit durch Niklas Nohlen (3), Christoph Rindfleisch und Niko Nohlen auf 8:2 davon.

Und der RHC knüpfte unmittelbar nach Wiederbeginn an die Toreflut des ersten Durchgangs an: Philipp Wagner doppelte binnen weniger Sekunden zum 10:2 (28./30.). Damit hatte die Partie endgültig nur noch freundschaftlichen Charakter, was durchaus erklärt, warum in der übrigen Spielzeit es teils wie im Training zuging. Die Zuschauer wurden jedenfalls bestens unterhalten und sahen noch weitere acht Tore. Für die Moskitos trafen Tobias Lückenhaus, Marcel Mirscheid und Nick Brikmann, beim RHC wurden Treffer von Philipp Wagner (3), Marlon Angenendt und Christoph Rindfleisch bejubelt.

SC Moskitos Wuppertal:R. Kaas, A. Obermeier; R. Hauck, T. Lucht, D. Meuer, M. Mirscheid, N. Obermeier, J. Henckels, T. Lückenhaus, N. Brikmann. – RHC Recklinghausen: D. Jakubiak, L. Andrioff; P. Wagner, C. Rindfleisch, Niklas Nohlen, M. Schürmann, M. Angenendt, Niko Nohlen. – Schiedsrichter: P. Thißen / M. Wittig.

Torfolge: 0:1 (3.) C. Rindfleisch, 1:1 (4.) M. Mirscheid, 1:2 (7.) Niklas Nohlen, 1:3 (9./Penalty) C. Rindfleisch, 2:3 (12.) D. Meuer, 2:4 (16.) C. Rindfleisch, 2:5 (19.) Niko Nohlen, 2:6 (23.) Niklas Nohlen, 2:7 (25.) Niklas Nohlen, 2:8 (25.) Niklas Nohlen, 2:0 (28.) P. Wagner, 2:10 (30.) P. Wagner, 3:10 (31.) T. Lückenhaus, 4:10 (34.) M. Mirscheid, 4:11 (43.) P. Wagner, 4:12 (44.) M. Angenendt, 4:13 (45.) C. Rindfleisch, 5:13 (46.) N. Brikmann, 5:14 (47.) P. Wagner, 5:15 (50.) P. Wagner. – Zeitstrafen: SCM 0 min – RHC 0 min – Teamfouls: SCM 8 – RHC 9.

1. Bundesliga Herren, Nachholspiel vom 11. Spieltag

RSC Darmstadt – HSV Krefeld 6:2 (4:0)

Ausführlicher Bericht folgt.