Bundesliga Damen, 21. Spieltag: IGR unterliegt dem Meister, schlägt sich dabei achtbar

(tg) So knapp kam schon lange kein Team mehr davon, wie Liganeuling Remscheid gegen den Serienmeister Iserlohn: 4:1 siegten die Westfälinnen zwar, mussten dabei aber ordentlich Gas geben. Ebenfalls eine höhere Hürde war Gera für Calenberg, am Ende behielt der Vizemeister nur knapp mit 7:5 die Oberhand. Wuppertal (9:1 gegen Recklinghausen) und Düsseldorf (13:3 in Darmstadt) hatten dagegen keine Mühe, drei Punkte zu verbuchen.


IGR Remscheid – ERG Iserlohn 1:4 (0:2)
Remscheid war die erwartet harte Nuss, die jungen Wilden verlangten den Routiniers aus Iserlohn alles ab – mussten sich letztlich aber der größeren Erfahrung beugen.

Der große IGR-Rückhalt war dabei ausgerechnet eine ehemalige Iserlohnerin: Carolin Reinert hatte die ersten drei Jahre für die Sauerländerinnen das Tor gehütet und fünf Titel mit Iserlohn gefeiert. Nun aber war sie auf der Gegenseite aktiv und machte ihren ehemaligen Mannschaftskolleginnen das Leben schwer.

Allerdings wussten die Gäste auch genauestens über die Schwachpunkte der Torfrau Bescheid, was Maren Wichardt schließlich zur Führung nutzte (9.). Remscheid spielte aber in Gänze munter mit, nur fehlte den jungen Spielerinnen zumeist die nötige Kaltschnäuzigkeit, um aussichtsreiche Situationen besser zu nutzen. Eiskalt im Abschluss war dagegen Maren Wichardt, die in der 14. Minute auf 2:0 erhöhte und sich auch zwei weitere Gelegenheiten kurz nach dem Seitenwechsel nicht nehmen ließ (31./36.).

Mit jedem Tor mehr Rückstand wurde es für die Gastgeberinnen trotz aller Einsatzbereitschaft naturgemäß immer schwerer, den Hebel noch einmal umzudrehen. Der Lohn für die Energieleistung war aber immerhin das Ehrentor durch Saphira Giersch (44.) sowie natürlich die Tatsache, dass es so knapp in einem Spiel mit Iserlohner Beteiligung schon lange nicht mehr ausging.   

IGR Remscheid:C. Reinert, L. Hochstein; S. Giersch, F. Kaub, J. Krause, C. Söhngen, K. Steinmetz, L. Steinmetz, A. Zech. – ERG Iserlohn: J. Ehlert; S. Pothöfer, M. Wichardt, F. Neubert, K. Neubert, L. La Rocca, S. Runge, J. Oligschläger. – Schiedsrichter: D. Loewe.

Torfolge: 0:1 (9.) M. Wichardt, 0:2 (14.) M. Wichardt, 0:3 (31.) M. Wichardt, 0:4 (36.) M. Wichardt, 1:4 (44.) S. Giersch. – Zeitstrafen: IGR 2 min (C. Söhngen/37.) – ERG 0 min – Teamfouls: IGR 5 – ERG 9.

RSC Gera – SC Bison Calenberg 5:7 (3:4)

Erst ein Doppelpack in der Schlussphase öffnete Calenberg den Weg zum Erfolg gegen tapfer kämpfende Thüringerinnen, die letztlich nur haarscharf an einer weiteren Überraschung vorbeirollten.

Schon der Auftakt des Spiels war turbulent: Emma Schulz (2./6.) brachte die Bisons zweimal in Führung, die Britt Johansson weiter ausbaute (9.), nachdem zwischenzeitlich Natalie Sudin zum 1:1 getroffen hatte (5.). Und genau dieses Zwischenresultat gab den Geraerinnen den nötigen Mut, um weiter dagegen zu halten. Mit Erfolg, denn schließlich gelang Sabrina Adam (13.) und Natalie Sudin (16.) binnen kürzester Zeit der erneute Gleichstand. Eine Zeitstrafe für Emma Schulze brachte die große Chance zur Führung, die der RSC aber nicht nutzte (17.).

Vor der Pause aber schalteten die Gastgeberinnen einen Moment zu früh ab, was Britt Johansson mit dem 4:3 für die Niedersächsinnen bestrafte. Allzu lange überdauerte diese abermalige Führung die Pause indes nicht, nur vier Minuten nach Wiederanpfiff hieß es dank Anna Behrendt schon wieder 4:4.

Allerdings ließ der nächste Nackenschlag nicht minder lange auf sich warten, Kim Henckels schoss Calenberg wieder in Vorlage (34.) – und diesem Rückstand rannten die Thüringerinnen nun vergeblich hinterher. Als sie schließlich in der Schlussphase das Risiko erhöhten, waren Kim Henckels (40.) und Britt Johansson (42.) mit den entscheidenden Treffern zur Stelle. Anna Behrendts zweiter Treffer kam für ein Happyend zu spät (47.).

RSC Gera:C. Sommermeyer; S. Adam, J. Sudin, M. Lindemann, N. Sudin, A. Behrendt, L. Schmidt. – SC Bison Calenberg: A. Sturm, N. Buchta; P. Schreinecke, B. Johansson, A. Hasenheit, E. Schulze, K. Henckels, K. Nowotka, M. Paul. – Schiedsrichter: T. Flössel.

Torfolge: 0:1 (2.) E. Schulze, 1:1 (5.) N. Sudin., 1:2 (6.) E. Schulze, 1:3 (9.) B. Johansson, 2:3 (13.) A. Adam, 3:3 (16.) N. Sudin, 3:4 (25./Direkter) B. Johansson, 4:4 (29.) A. Behrendt, 4:5 (34.) K. Henckels, 4:6 (40.) K. Henckels, 4:7 (42./Direkter) B. Johansson, 5:7 (47.) A. Behrendt . – Zeitstrafen: RSC 2 min (A. Behrendt/42.) – SCB 2 min (E. Schulze/17.) – Teamfouls: RSC 16 – SCB 9.

SC Moskitos Wuppertal – RHC Recklinghausen 9:1 (5:0)

Ein cleveres Pferd springt nur so hoch, wie es muss – nach dieser Prämisse agierten die Wuppertalerinnen, die somit mit minimalem Aufwand gegen Schlusslicht Recklinghausen ihren dritten Platz festigten.

So begann das Spiel recht verhalten, die Moskitos legten sich in aller Ruhe die RHC-Abwehr zurecht, um dann gleich doppelt zuzuschlagen: Meike Johannsen (10.) und Naomi Lückenhaus (11.) sorgten für die nötige Differenz auf der Anzeigentafel. Damit ließ es sich für die Gastgeberinnen noch geruhsamer angehen, zumal Recklinghausens Gegenstöße nicht besonders besorgniserregend wirkten. Kurz vor der Pause machten Sarah Thronberens (20.) und Naomi Lückenhaus (2x 21.) somit praktisch schon alles klar.

Noch war aber eine ganze Halbzeit zu absolvieren, in der sich die Moskitos jedoch nach dem 6:0 durch Jana Stöckmann (29.) in Ergebnisverwaltung übten. Erst das 1:6 von Ivonna Schneider weckte wieder die Lebensgeister, insbesondere bei Yolanda Kahmann, die im Endspurt noch einen Hattrick feiern durfte.

SC Moskitos Wuppertal:A. Behrens; S. Thronberens, J. Stöckmann, K. Hauck, Y. Kahmann, T. Lückenhaus, N. Lückenhaus, M. Johannsen. – RHC Recklinghausen: J. Wozniak; M. Schürmann, A. Nohlen, L. Mackowiak, M. Vahrsson, M. Brandt, I. Schneider, N. Gregorowius, N. Weber. – Schiedsrichter: M. Wittig.

Torfolge: 1:0 (10.) M. Johannsen, 2:0 (11.) N. Lückenhaus, 3:0 (20.) S. Thronberens, 4:0 (21.) N. Lückenhaus, 5:0 (21.) N. Lückenhaus, 6:0 (29.) J. Stöckmann, 6:1 (40.) I. Schneider, 7:1 (46.) Y. Kahmann, 8:1 (47.) Y. Kahmann, 9:1 (49.) Y. Kahmann. – Zeitstrafen: SCM 2 min (K. Hauck/23.) – RHC 0 min – Teamfouls: SCM 6 – RHC 4.

RSC Darmstadt – TuS Düsseldorf-Nord 3:13 (2:4)

Eine gute halbe Stunde lang mühte sich Darmstadt erfolgreich, die Partie gegen Düsseldorf trotz eines Rückstandes weitgehend offen zu gestalten. Dann aber kam mit dem 2:7 der entscheidende Gegentreffer, der alles zum Einsturz brachte.

Aus der Defensive heraus waren die Hessinnen zunächst um Kontrolle bemüht, was über weite Strecken auch gelang, zumal die Gäste keineswegs vor Angriffslust sprühten. Als sich Marie Rittler jedoch die Chance zum 1:0 bot, ließ sie sich nicht zweimal bitten (12.). Lisa Hansel legte nur zwei Minuten später bereits nach, doch noch ließen sich die Darmstädterinnen nicht aus der Ruhe bringen. Warum auch: Schließlich verzeichnete man selbst gute Möglichkeiten, sodass Lotte Koch (15.) und Natalie Uhl (19.) zum 2:2 ins Schwarze trafen.

Umso ärgerlicher für die Gastgeberinnen, dass Jenny Delgado kurz vor der Pause mit zwei Toren ins wenigen Sekunden den alten Abstand wieder herstellte (21./22.) und Celina Baltes sowie Jenny Delgado diesen Vorsprung kurz nach Wiederbeginn weiter ausbauten (beide 30.). In den folgenden fünf Minuten ging Darmstadt dann volles Risiko, um schnellstmöglich wieder zu verkürzen – rannte damit aber letztlich ins offene Messer. Das 7:2 von Lisa Hansel bedeutete das RSC-Ende, fortan gab Düsseldorf klar den Ton an und schraubte den Vorsprung durch Lisa Hansel (42.), Marie Rittler (42.), Joyce Brusdeilins (43.), Jenny Delgado (44.), Celina Baltes (45.) und letztlich Franziska Dlouhy (50.) in zweistellige Höhe. Per Strafstoß kam Natalie Uhl zumindest noch zum dritten RSC-Tor (48.). 

RSC Darmstadt:J. Wortmann; M. Richter, E. Kroschewski, N. Uhl, H. Huth, J. Sieger, L. Koch. – TuS Düsseldorf-Nord: M. Rybarczyk, L. Kittel; M. van der Fels, C. Baltes, J. Brusdeilins, L. Hansel, J. Delgado, M. Rittler, F. Dlouhy. – Schiedsrichter: C. Niestroy.

Torfolge: 0:1 (12.) M. Rittler, 0:2 (14.) L. Hansel, 1:2 (15.) L. Koch, 2:2 (19.) N. Uhl, 2:3 (21.) J. Delgado, 2:4 (22.) J. Delgado, 2:5 (30.) C. Baltes, 2:6 (30.) J. Delgado, 2:7 (35.) L. Hansel, 2:8 (42.) L. Hansel, 2:9 (42.) M. Rittler, 2:10 (43.) J. Brusdeilins, 2:11 (44.) J. Delgado, 2:12 (45.) C. Baltes, 3:12 (48./Direkter) N. Uhl, 3:13 (50.) F. Dlouhy. – Zeitstrafen: RSC 0 min – TuS 2 min (L. Hansel/48.) – Teamfouls: RSC 5 – TuS 7.