Aufholjagt blieb am Ende Erfolglos

Bundesliga Herren, 3. Spieltag

Herringen rettet 6:2-Vorsprung knapp mit 8:7 ins Ziel

(tg) Hoch her ging es im Spitzenspiel zwischen Herringen und Remscheid, bei dem erst der 15. Treffer den Sieger ausmachte. Deutlich waren dagegen die Verhältnisse im rheinischen Derby, das Düsseldorf mit 4:2 gegen Walsum gewann und sich damit auf Rang 2 vorschob. Ein weiße Weste wahrte auch Cronenberg, wenngleich der 4:1-Erfolg über Darmstadt mehr Anstrengungen verlangte als der klare Vorsprung vermuten lässt.

Spiel des Tages: SK Germania  Herringen – IGR Remscheid 8:7 (6:2)

Das Gipfeltreffen war kein Spiel für schwache Nerven, was auch die Bande zu spüren bekam, in der – nach einem wütenden Tritt eines IGR-Spielers – ein Loch klaffte, dessen Reparatur eine zehnminütige Unterbrechung der zweiten Spielhälfte erzwang.

Eine blaue Karte gegen Christoph Rindfleisch (6.) ermöglichte Yannick Peinke per Strafstoß die frühe Gästeführung, die aber nur eine knappe Minute Bestand hatte. Dann traf Lucas Karschau zum 1:1. Als dann Christoph Rindfleisch die Germanen in Vorlage brachte (12.), blieben aber auch die Remscheider eine Antwort nicht lange schuldig: Yannick Peinke stellte postwendend den Ausgleich wieder her (13.).

Ein offener Schlagabtausch also, zumindest bis in die Schlussphase des ersten Durchgangs, in der die Bergischen durch blaue Karten gegen Julian Peinke (18.) und – gleich zwei – Daniel Strieder (beide 23.) nahezu durchweg in Unterzahl auf dem Feld standen. Die Folge: Lucas Karschau (19.), Robin Schulz und Stefan Gürtler (23./24.) sorgten für einen 6:2-Vorsprung.

Wer nun dachte, damit sei alles klar, der wurde rasch eines besseren belehrt. Yannick Peinkes blitzschnelles 3:6 (27.) war der Startschuss einer furiosen Remscheider Aufholjagd: Yannick Peinke (31.), Alexander Ober (35.) und schließlich Fabian Selbach (38.) sorgten tatsächlich für den 6:6-Gleichstand. Und auch das 7:6 durch Lucas Karschau, der einen Direkten nach 10. IGR-Teamfoul verwandelte (39.), bremste die Gäste nicht. Erneut war es Fabian Selbach, der gleichzog (44.). In einer überaus emotionalen Schlussphase war es dann Christoph Rindfleisch, dem der entscheidende Treffer zum SKG-Sieg gelang (47.).

SK Germania Herringen: T. Tegethoff, S. Polat; L. Hages, F. Schulze, C. Rindfleisch, S. Gürtler, J. Klein, R. Schulz, L. Karschau, N. Grünewald. – IGR Remscheid: J. Langenohl, M. Raab; F. Selbach, J. Peinke, Y. Peinke, E. Krämer, A. Ober, D. Strieder, L. Friese, T. Cramer. – Schiedsrichter: T. Ehlert/ S. Häger.

Torfolge: 0:1 (6./Direkter) Y. Peinke, 1:1 (7.) L. Karschau, 2:1 (12.) C. Rindfleisch, 2:2 (13.) Y. Peinke, 3:2 (19./Überzahl) L. Karschau, 4:2 (22.) R. Schulz, 5:2 (23./Direkter) S. Gürtler, 6:2 (24./Überzahl) S. Gürtler, 6:3 (27.) Y. Peinke, 6:4 (31.) Y. Peinke, 6:5 (35.) A. Ober, 6:6 (38.) F. Selbach, 7:6 (39./Direkter) L. Karschau, 7:7 (44.) F. Selbach, 8:7 (47.) C. Rindfleisch. – Zeitstrafen: SKG 4 min (C. Rindfleisch/6. – L. Hages/25.) – IGR 4 min (J. Peinke/18. – D. Strieder/23.,23. & 50.) – Teamfouls: SKG 6 – IGR 13.

RSC Cronenberg – RSC Darmstadt 4:1 (1:0)

Wieder ein Spiel der vergebenen Chancen beklagte Darmstadt, während sich die Cronenberger über den zweiten hart erkämpften Heimsieg in Serie freuten. Von Beginn an ging es dabei hoch her, immer wieder brannte es vor den beiden Toren lichterloh, doch Fynn Hilbertz und sein Gegenüber Philip Leyer waren stets Herren der Lage. Einzig gegen den wuchtigen Winkelschuss von Nico Morovic war kurz vor der Pause kein Kraut gewachsen.

Also mussten die Hessen wie schon zum Auftakt in Iserlohn wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Und auch dieses Mal gelang der Kraftakt: Maximilian Becker stellte in der 37. Minute den Gleichstand her. Allerdings nur für einen kurzen Moment, denn nur wenig später brachte Otto Platz die Hausherren wieder in Vorlage. Und so sehr sich die Darmstädter in der Schlussphase auch bemühten, eine Wende ließ sich nicht mehr erzwingen. Zumal nach dem 3:1 durch Max Thiel (47.) auch ein Strafstoß (48./10. Cronenberger Teamfoul) ungenutzt blieb. Auf der Gegenseite machte es Thomas Köhler beim 4:1 besser (49.).          

RSC Cronenberg: F. Hilbertz, L. Geisler; T. Köhler, M. Thiel, O. Platz, S. Rath, K. Riedel, L. Seidler, N. Morovic, A. Börkei. – RSC Darmstadt: P. Leyer, M. Mensah; F. Bender, P. Cuntz, P. Wagner, M. Becker, M. Hack, M. Behnke, A. Andrade, N. Koch. – Schiedsrichter: T. Ullrich / A. Feiteira.

Torfolge: 1:0 (20.) N. Morovic, 1:1 (37.) M: Becker, 2:1 (39.) O. Platz, 3:1 (47.) M. Thiel, 4:1 (49./Direkter) T. Köhler. – Zeitstrafen: CRO 2 min (A. Börkei/9.) – DAR 0 min – Teamfouls: CRO 10 – DAR 10.

TuS Düsseldorf-Nord – RESG Walsum 4:2 (2:0)

Vor vollbesetztem Haus bejubelten die Düsseldorfer einen klaren Erfolg im rheinischen Derby, während die Walsumer nun den Tatsachen eines Fehlstarts ins Auge blicken müssen.

Der TuS verbuchte einen Start nach Maß, als Jonas Pink einen Penalty in der vierten Minute in die gegnerischen Maschen donnerte. Der frühe Führungstreffer spielte den defensivstarken Hausherren natürlich in die Karten, während die Walsumer sich nun erst einmal neu formieren mussten. Aber was sie auch versuchten, es fand sich keine Lücke im TuS-Bollwerk, zumal die Düsseldorfer durch schnelle Konter immer wieder für Entlastung sorgten – und auf diesem Weg schließlich zum 2:0 durch Tonias Paczia kamen (18.).

Als in der Startphase des zweiten Durchgangs Tarek Abdalla (27.) und Davy van Willigen (33.) in kurzer Folge auch 4:0 erhöhten, waren die Gäste endgültig aus dem Rennen. Und noch gut bedient, denn bei Zeitstrafen gegen Miquel Vila-Gallaguet (19./36.) hätten durchaus noch weitere TuS-Tore fallen können. Da aber die Abwehr der Gastgeber sicher stand, geriet der Sieg auch nicht mehr in Gefahr, als Xavier Berruezo in der 44. Minute per Penalty zum 1:4 traf. Walsum warf zwar nochmals alles nach vorne, konnte letztlich aber nur noch durch Sebastian Haas auf 2:4 verkürzen (49.).          

TuS Düsseldorf-Nord: J. Kutscha, Lu. Brandt; T. Abdalla, A. Beckmann, D. Carrilho, C. Gatermann, A. Paczia, T. Paczia, J. Pink, D. van Willigen. – RESG Walsum: T. Wahlen, Le. Brandt; C. Berg, X. Berruezo, S. Haas, S. Holtzer, D. Quabeck, P. Queiros, N. Rilhas, M. Vila-Gallaguet. – Schiedsrichter: C. Niestroy / L. Niestroy.

Torfolge: 1:0 (4./Penalty) J. Pink, 2:0 (18.) T. Paczia, 3:0 (27.) T. Abdalla, 4:0 (33.) D. van Willigen, 4:1 (44./Penalty) X. Berruezo, 4:2 (49.) S. Haas – Zeitstrafen: TuS 0 min – RESG 6 min (M. Vila-Gallaguet/19. & 36. – X. Berruezo/50.) – Teamfouls: TuS 11 – RESG 10.